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Informelles Lernen: Mein Blog als Lehrmeister

Das Paradoxe am Lernen ist, dass man es oft gar nicht mitbekommt, wenn man sich neues Wissen aneignet. Es kann hilfreich sein, zurückzublicken und zu vergleichen. Da fällt mir ein: Wie habe ich eigentlich gelernt, ins Internet zu schreiben und warum ist das eine gute Sache?

Hinweis: Dieser Artikel erschien 2014 bei blogwerk.com. Ich publiziere ihn hier, um den Text online wieder zugänglich/verlinkbar zu machen, nachdem die Firmenseite seit dem 31.12.2015 offline ist.

2007 habe ich aus reiner Neugier und Experimentierfreude angefangen zu bloggen. Ohne Anspruch, ohne irgendeine Ahnung zu haben, wozu das gut sein soll. Aus heutiger Sicht war das eine der guten Entscheidungen in meinem Leben, auch wenn es ein paar Jahre gedauert hat, bis ich das überhaupt bemerkt habe. Diese auf den ersten Blick damals sinn- oder ziellose Tätigkeit hat mich nämlich viel gelehrt:

Techie-Zeug: Das Fundament des Internets

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Ohne jegliche Vorkenntnisse habe ich mich seinerzeit ans Werk gemacht: Wie funktioniert so ein Blog- oder Content-Management-System? Was passiert vorne auf der Website, wenn ich hinten im System was ändere und warum? Kann ich beeinflussen, wie das für den Leser, die Leserin aussieht? Siehe da, ich habe jede Menge interessanter Dinge herausgefunden.

Redaktionelles Arbeiten: Themensuche und Recherche

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Oha – jetzt habe ich ja plötzlich ein Publikationsgefäss. Schon irgendwie toll, aber was schreibt man da denn überhaupt? Wie komme ich zu den Informationen, die ich verarbeiten will? Wie setze ich illustrierende Inhalte ein und welche Bilder darf ich überhaupt verwenden, ohne rechtlichen Ärger zu befürchten? Und um Himmels Willen – wie mache ich das alles auf effiziente Weise?

Hartnäckigkeit


Ich habe natürlich vorher geschrieben. Broschüren, Präsentationen, Korrespondenz, Briefings… aber keine Artikel. Und erst recht nicht online. Also dann, mal überlegen: Was braucht es, damit der Leser, die Leserin mir drei Minuten seines Lebens schenkt? Wie setze ich Anreiz, welche Formen und Formate funktionieren, was kann ich tun, damit jemand kommentiert und seine Meinung dazu gibt? Fragen über Fragen – und über die Zeit gab es auch Antworten dazu.

Sicherheit in der Kommunikation

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Was macht man eigentlich, wenn plötzlich einer zurückredet? Kommentare blieben nicht aus – und die waren nicht immer freundlich. Aber so ist das mit diesem Dialog, man muss es abkönnen, wenn einer nicht derselben Meinung ist. Und es ist wie so oft im Leben: Übung macht den Meister.

Umgangsformen

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Wie spricht man im Web miteinander? Wie gehe ich mit persönlichen Themen um und wo ziehe ich Grenzen? Dafür gibt es keine Theorie, aber mein Bauch hat mir sehr oft und sehr schnell Bescheid gesagt und meine Sinne geschärft für viele Fragen, die mir heute in unterschiedlichsten Kontexten gestellt werden.

Anwenden, um zu verstehen

Heute verbringe ich einen nicht unwesentlichen Teil meiner Zeit damit, genau das oder Teile davon an andere weiterzugeben. Das meiste davon kann man auch in Büchern lesen, aber man muss es letztendlich selber tun, um es sich anzueignen. Und deshalb bin ich immer wieder ganz schön froh, dass ich schon ein paar Jahre blogge – denn nur indem man Radfahrern auf der Strasse zuschaut, lernt man ja auch nicht Fahrrad fahren.

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