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OrangeCinema 2013: Thank you for the movies

«The End», das war’s: Die Saison 2013 des OrangeCinema auf der grossen Schanze ist gestern Abend zu Ende gegangen. Das waren fünf Wochen Kinosommer bei schönem und warmen Wetter… nun ja, mehrheitlich jedenfalls. Zeit für eine kleine Rückschau.

Jeden einzelnen Film fortlaufend zu verbloggen, habe ich mir gar nicht vorgenommen, das hätte eh nicht geklappt. Statt dessen habe ich zwei Posts mit Kurzkritiken geplant, und dieser hier ist Nummer 1:

breakfast-at-tiffanysBreakfast At Tiffany’s

Worum geht’s?
Paul Varjak (George Peppard) zieht in sein neues New Yorker Apartment ein und trifft seine neue Nachbarin, das Partygirl Holly Golightly (Audrey Hepburn). Sie lernen sich kennen, blicken hinter die Fassade des anderen, sie entzweien sich, Holly gerät in Schwierigkeiten und am Ende wird doch alles gut.

Und wie war’s?
Ein Klassiker, natürlich. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den tatsächlich noch gar nie gesehen hatte. Diese Bildungslücke wäre nun damit geschlossen. Und ach, ich mochte ihn. Ich musste mich hier und da daran erinnern, dass der Film in den frühen 60ern entstanden ist. Das Bild der neurotischen, verwirrten, aber natürlich irrsinnig schönen jungen Frau, für die sich nur durch das Zutun eines edlen, starken Mannes alles zum Guten wenden kann, ist mir nicht unbedingt das liebste. Aber alles hat seine Zeit. Was ich hingegen zur Abwechslung wohltuend fand: Viel, viel weniger Tempso als im heutigen Film und keine dreissig Umwege auf dem Weg zur Ende der Geschichte. Die Story wird eingeführt, dann kommt der nötige Konflikt, der wird aufgelöst, die zwei kriegen sich, fertig. Gibt’s ja heute gar nicht mehr – auch mal weder schön.

 

now-you-see-me-posterNow You See Me

Worum geht’s?
Vier Illusionisten rauben während ihrer Show in Las Vegas eine französische Bank aus und kündigen in der Folge weitere Coups an. Die lokale Polizei tappt vorerst im Dunkeln, nur die Kollegin von Interpol hat den richtigen Riecher. Und ein Konkurrent der «Four Horsemen» mischt auch noch mit. Am Ende ist trotzdem alles ganz, ganz anders.

Und wie war’s?
Wollte ich unbedingt sehen, ohne viel darüber zu wissen. Und wurde nicht enttäuscht (zumindest vorerst nicht): Der Film macht vom ersten Augenblick an sehr viel Spass, das mochte ich. Es ist alles ein bisschen viel, irrsinnig schnell geschnitten zum Teil, fast atemlos (also das volle Kontrastprogramm zum vorigen Film). Mich hat das nicht gestört und irgendwie gehörte es auch zu diesem Magierthema – ich habe mich da gerne mitreissen lassen. Eine Enttäuschung gab’s dann leider doch: Das Ende. Es kommt sehr plötzlich und ist viel zu trivial. Gleichzeitig lässt vieles offen – Dinge, die auch offen bleiben dürfen in einem Film, der sich mit Magie beschäftigt, aber der Spannungsbogen bricht einfach zu aprupt ab und innerhalb dessen gibt es auch einige Figuren, die für meinen Geschmack zu flach, zu eindimensional bleiben. Bei einem Buch würde ich sagen: Der Autor hat nach 470 Seiten bemerkt, dass der Verlag nur 500 Seiten drucken wird. Schade.

 

company_you_keepThe Company You Keep

Worum geht’s?
Eine frühere Angehörige einer studentischen Terrororganisation wird nach 30 Jahren auf der Flucht an einer Tankstelle festgenommen. Man beschuldigt sie des Mordes an einem Wachmann, der bei einem Banküberfall starb. Nach ihrer Festnahme geraten auch die beiden anderen Anwesenden bei dem Ereignis wieder ins Fadenkreuz. Doch auch hier ist nicht alles, wie es scheint.

Und wie war’s?
Es ist nicht so, dass man das alles noch nie gesehen hätte. Aber Robert Redford, der nicht nur die männliche Hauptrolle spielt, sondern auch Regie geführt hat, erzählt seine Geschichte solide und glaubwürdig. Er lässt seine früheren Idealisten nachdenklich und differenziert werden, ich mochte das. Das hochkarätige Ensemble tut sein übriges zu einem gelungenen Filmeabend: Shia LaBoeuf, Stanley Tucci, Susan Sarandon und Nick Nolte geben sich die Klinke in die Hand, um nur einige zu nennen. Ein politischer Film über Überzeugungen, Freundschaft und den Preis, den man für alles im Leben zahlt. Hat mir gut gefallen.

 

the-great-gatsby-posterThe Great Gatsby

Worum geht’s?
Am Rande einer Bucht ausserhalb von New York lebt ein Millionär – in seinem Schloss werden jedes Wochenende die rauschendsten Partys der Stadt gefeiert, doch dieser berüchtigte Mister Gatsby bleibt für die meisten Anwesenden ein Phantom. Nicht so für seinen neuen Nachbarn Nick Carraway, denn für den hegt das Phantom Gatsby selbst ein ganz besonderes Interesse.

Und wie war’s?
In einer Weiterbildung haben wir mal über den Begriff von Qualität diskutiert und eine mögliche Definition war: Qualität ist, wenn die Ansprüche und Erwartungen der Zielgruppe erfüllt werden. Und das einzige, was ich am Ende des Films wusste, war: Daran gemessen, war es sicherlich ein guter Film, denn das hat er auf jeden Fall getan. Was ich an der Verfilmung an sich mochte: Kamera, Licht, Schnitt, Ausstattung – alles sehr Baz Luhrmann und über weite Strecken ein Fest für die Sinne. Und es ist der erste Film, in dem ich Leonardo DiCaprio abnehme, dass er einen Mann spielt und keinen verkappten Teenager. Der einzige wirkliche Minuspunkt: Man hätte die zweite Hälfte auch ein bisschen schneller zu Ende erzählen können, irgendwie zieht sich vor allem die letzte gute halbe Stunde ziemlich hin. Aber sonst, nachdem ich jetzt zwei Nächte drüber geschlafen habe: Daumen hoch.

 

Disclaimer:

Als Orange-Bloggerin bestand meine Vergütung darin, dass ich umsonst ins Kino gehen durfte und Tickets zum Verlosen zur Verfügung erhielt. Orange hat mir dabei keinerlei inhaltliche oder formale Vorgaben für das gemacht, was ich über den Anlass schreibe. 

 

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